KonfirmandInnen besuchen die
Anne Frank-Ausstellung

"Anne Frank – eine Geschichte für heute“ - unter diesem Titel war die internationale Wanderausstellung des Anne Frank Hauses Amsterdam im Februar in Oldenburg zu sehen. Anne Frank war so alt wie die Konfirmanden und Konfirmandinnen, als sie 1942 beginnt Tagebuch zu schreiben.

Mit 32 KonfirmandInnen und Eltern als Begleitung fuhren wir zur St. Johanneskirche, um uns dort die Ausstellung anzusehen. Mehrere Schülerinnen, die einige Wochen zuvor dafür angeleitet worden waren, führten uns durch die Ausstellung. Zunächst sollten die KonfirmandInnen ihren eigenen Tagesablauf skizzieren. Dem Tagesablauf der Jugendlichen wurden die nationalsozialistischen Gesetze, die das Leben der jüdischen BürgerInnen immer mehr einschnürten, gegenübergestellt.

Den KonfirmandInnen wurde so auf eindrückliche Weise bewusst, wie unmenschlich, eingeengt und demütigend das Leben der jüdischen BürgerInnen in Deutschland ab 1933 bis hin zu ihrer Vernichtung aussah. „Als Jude hätte ich damals am Anfang der Nazizeit nur aufstehen und wieder schlafen gehen können“ sagte ein Konfirmand. „Keine Schule, kein Schwimmbad, kein Einkaufen, keine Besuche bei Freunden mehr.“

Die Ausstellung - durch die Konfirmanden angeleitet durch Fragen gehen sollten - erzählt anhand von Fotos, Texten, Zeitzeugenberichten und Ausstellungsstücken die Lebensgeschichte von Anne Frank. Weitere Zeitzeugen skizzieren ihre bedrückenden Erfahrungen in der Zeit des Holocaust.

Die Schülerinnen, die uns durch die Ausstellung begleiteten, ermunterten die KonfirmandInnen immer wieder zu Fragen und Äußerungen der eigenen Eindrücke und erklärten die einzelnen Ausstellungstafeln. Die KonfirmandInnen wurden auch herausgefordert, über Unterschiede und Parallelen zwischen Gestern und Heute nachzudenken.

„Ich finde, man sieht das jetzt alles irgendwie mit anderen Augen“ äußerte ein Konfirmand seinen Eindruck von der Ausstellung am Ende des Nachmittages. „Ich finde das schrecklich, dass so wenige Menschen damals geholfen haben“ sagte eine Konfirmandin. Den Abschluss des Ausstellungsprojektes „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ bildet ein Schülerwettbewerb. An dem werden sich auch die KonfirmandInnen mit einem fiktiven Brief an Anne Frank beteiligen.

D. Kramer

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