Aus einem Partnerprojekt in Togo

Kinderhaus Frieda in Lomé/Togo/Westafrika

Mareike Facklam, Studentin der Sozialpädagogik in Hamburg, macht zurzeit ein Praktikum im Kinderhaus Frieda, in dem 19 Kinder (Aidswaisen) leben. In der Zeit vom 6. bis 14. Dezember hat sie eine Reise durch Togo unternommen, um etwas über die Lebensgeschichte der betreuten Kinder in Erfahrung zu bringen.

„..Die Reise diente ... auch zum Kennenlernen des Herkunftsortes der Kinder, immerhin verbringen sie dort mindestens ein Mal jährlich die Ferien. Für mich (und Rebecca, die mich und Antoinne aufgrund der besseren Französischsprachkenntnisse begleitete) war es zudem eine einmalige Gelegenheit das Dorfleben, die Bewohner und andere Sprachen hautnah zu erleben.

So hörten wir auch viele Geschichten - die grausamste gleich bei der ersten Familie. Sie erzählten uns von einem kürzlich begangenen Mord in Datcha, bei dem eine ca. 25jährige Mutter von 2 Kindern nachts auf dem Nachhauseweg umgebracht wurde. Der Großvater, den wir besucht hatten, zeigte auf das Feld neben uns und sagte, dass sie hier umgebracht wurde. Die dazugehörigen Fotos holte er auch prompt aus seiner Tasche. Da lag dann die arme Frau mit abgeschnittenem Kopf und geöffnetem Rücken im Gestrüpp. Motiv der Tat? Voodoo! Der Rücken würde geöffnet, um das Herz zu entnehmen und auch den Kopf haben die Täter mitgenommen...

Wir machten in einem kleinen Dorf halt, in dem eines unserer Mädchen bei ihrer Großmutter gelebt hatte. Die Verhältnisse dort waren wirklich erschreckend und die Armut unfassbar. Am Wegesrand saßen kleine Kinder mit aufgeblähten Bäuchen, ein Zeichen für stark einseitige oder Unterernährung. Dass unser Mädchen dort nur mit der Großmutter, die selbst schon so schwach war, gelebt hatte, war für mich unvorstellbar.

Dort wurde mir auch wieder die Wichtigkeit meines Projekts klar, immerhin war diese alte Großmutter vielleicht die letzte, die uns so ausführlich über die Lebensgeschichte des Mädchens informieren konnte.

Und auch die Großmutter freute sich, wie übrigens alle, die wir getroffen haben, dass wir extra diese lange Reise machten, um etwas über das Kind zu erfahren. Auch für die anderen Familien war es eine Art Beweis, dass wir uns wirklich um ihr Kind kümmerten und mit den Familien zusammenarbeiten wollten. Daher verabschiedeten uns die meisten Familien fast erleichtert, mit der Gewissheit, dass es ihr Kind gut getroffen hatte.

Beeindruckt hat mich dann noch mal die Familie, die wir in Dapaoung besuchten. Die lebte im Nichts in einem Dorf außerhalb. Die Kinder dort lebten mit ihren zwei Großvätern und einer Großmutter. Die beiden Opis waren so niedlich: der eine in einem alten Anzug, der andere mit Pommelmütze.

Als Rebecca ihnen dann noch je eine Zigarette schenkte, rauchten sie diese selig, fast in einem Zug durch. Sie, die nun wirklich von allen besuchten Familien am wenigsten hatten, schenkten uns dann noch zwei Perlhühner und ein Haushuhn. Einhergehend mit den minutenlangen Danksagungen war mir das wirklich unangenehm. Von dem Geld dieser Hühner hätten alle einen Monat essen können. Aber das bestätigt meine Erfahrung, dass die, die am wenigsten haben, am meisten geben...“

www.mareiketogo.blogspot.com

Weitere Einzelheiten über das Kinderhaus Frieda sind über die Homepage der DAZ zu erfahren: www.daz-eu.de

Der Schüler Frederick Haase aus Hude war in den Herbstferien 14 Tage im Kinderhaus Frieda. Er schrieb: "Es war eine beglückende Erfahrung mitzuerleben, wie diese Kinder das bekommen, was noch so vielen Kindern in Afrika fehlt: Wohnung, Nahrung, Gemeinschaft, Schule, ärztliche Betreuung. Das Geld der Förderer wird hier sichtbar, es hilft sehr."

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