Zum Erntedankfest

„Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ (Psalm 145, 15)

 

Hatten Sie einen schönen Sommer? Haben Sie sich erholt und konnten Sonnenstrahlen und Farben tanken, auf der Wiese, am Meer oder auf dem Balkon sitzen und einfach nichts tun?

Langsam geht der Sommer zu Ende. Im September beginnt die Schule wieder und für viele der Alltag. Der Herbst fängt an – Erntezeit. Was können wir ernten aus dem Sommer? Obst zum Beispiel. Äpfel, Birnen und Pflaumen.

„Jetzt wieder da: Frischer Pflaumenkuchen.“ – so läutet ein Bäcker um die Ecke jedes Jahr den Spätsommer ein. Aber ernten lassen sich nicht nur Obst und Gemüse. In dem Kinderbuch „Frederick“ sammelt die kleine Maus Frederick im Sommer Sonnenstrahlen, Farben und Wörter für die dunklen und grauen Tage des Herbstes.

Als es Herbst wird, und die Vorräte der anderen Mäuse fast alle verzehrt sind, als es kalt und ungemütlich wird, hat Frederick zum Glück noch den Vorrat seiner Ernte: die Sonnenstrahlen des Sommers und die

Farben, von denen er den anderen Mäusen in leuchtenden Worten erzählt.

„Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.“ Gott schenkt uns den Sommer, um Farben aufzutanken und Sonnenstrahlen und um bunte, frische Worte zu sammeln für den Herbst. Was ernten wir aus unserem Sommer, und mit wem teilen wir die Ernte wie Frederick? Mit wem teilen wir Gottes Speise: Wohltuende Worte, leuchtende Farben und Sonnenstrahlen des Sommers, wenn es herbstlich und ungemütlich wird?

Vielleicht teilen wir in den kommenden Wochen die Ernte unseres Sommers: Urlaubserinnerungen, Bilder, Erlebnisse aus dem Sommer, die im Gedächtnis geblieben sind, mit dem Kollegen, der oft unzufrieden wirkt, oder mit der Nachbarin, die kaum noch vor die Tür geht. Und dann wird die Ernte im Herbst zur Speise Gottes, die zur rechten Zeit kommen kann.

Einen bunten Herbst wünscht Ihnen,

Ihre Pastorin Dörte Kramer

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