Es hilft kein Meckern und kein Fluchen, alles Leben ist ein
Suchen.
Am ersten Tag beginnt der Frust, wenn’s Kindlein
sucht die Mutterbrust, kaum kann es laufen, sucht’s die Schuhe,
muss es dann schaffen, sucht’s die Ruhe.
Der Bäcker sucht
meist’ seine Schüssel, der Autofahrer seine Schlüssel, der
Mediziner sucht die Pille, die Oma sucht oft ihre Brille.
Der Bräutigam sucht ihre Hand, die Lehrerin sucht den Verstand.
Und röhrt der Hirsch, sucht er die Kuh, der Löwe brüllt und sucht
das Gnu.
Der gute Hirte sucht das Schaf, der Nachtwächter
sucht seinen Schlaf. Der Seemann sucht den richt’gen Hafen, der
Richter sucht gerechte Strafen.
Und wie die Motte sucht Licht,
so sucht der Dichter das Gedicht. Suchen ist der Weg des Lebens,
und mancher sucht auch mal vergebens.
Doch mögen wir auch was
nicht finden, bei Gott allein kann nichts verschwinden. Gott
hütet einen jeden Schatz, und sei’s auch nur der kleinste Spatz.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Reiner Backenköhler
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