,,Na ja, - es hat eben jeder sein Kreuz zu tragen." - so hören wir immer mal wieder. Und wir können dann nur zustimmend erwidern: ,,Ja, das ist wohl wahr, manches muss man so hinnehmen, wie es kommt – auch wenn es hart ist." Andererseits: Wer möchte nicht vom Leiden verschont bleiben? Sich vor dem Leiden zu verschließen hilft nicht, denn Einsamkeit, Krankheit, Trauer und Tod gehören zum Leben. Es bleibt nur die Frage, mit welcher Haltung wir dem Leiden begegnen. Eine gängige Einstellung ist, dass wir alle Schattenseiten des Lebens verdrängen, und so tun, als gäbe es sie nicht. Eine solche Fluchthaltung führt jedoch dazu, dass das nicht Bewältigte uns irgendwann wieder einholt. Manche betäuben daher unerträgliche Gedanken und Empfindungen mit Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Eine andere Haltung wäre, dass wir uns mit dem Leiden einfach abfinden und es ertragen, anstatt aktiv zu werden. Doch dieser Weg führt in die Mutlosigkeit. In der Passionsgeschichte können wir von Jesus lernen: Er wird gefangen genommen, verlacht, gefoltert, verurteilt und gekreuzigt. Aus Angst vor dem Leiden betet er: ,,Vater, wenn du willst, lass
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diesen Kelch an mir vorübergehen." So steht er zu seiner Angst und bringt sie im Gebet vor Gott. Das gibt ihm neue Kraft. Auf seinen Weg bis zum Tod am Kreuz bleibt er ganz Mensch und bringt sein Leiden und sein Unverständnis vor Gott mit den Worten: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Doch am Ende seines Weges steht nicht mehr der grausame Kreuzestod. Das Leiden bleibt nicht das Letzte. Sondern die große Freude über die Auferstehung Jesu von den Toten triumphiert ganz unerwartet. Deshalb feiern wir Ostern – das Fest des neuen Lebens. Da steht die Freude darüber im Mittelpunkt, dass bei Gott nicht das Leid und der Tod das Letzte sind, sondern das unerwartet Neue, der Geist der Kraft, der Liebe und des Neuaufbruchs, den er uns gerade dann schenken will, wenn es dunkel und ausweglos um uns herum aussieht. Gott will uns durchs Leiden hindurch zu neuer Freude führen – zu erkennen ist das allerdings meist erst im Nachhinein. Deshalb tut es gut, wenn wir im Vertrauen darauf leben, dass Gottes Liebe und seine Kraft letztlich stärker und heller sind als alles Dunkle. Dieses österliche Vertrauen wünscht Ihnen Ihr Pastor Udo Dreyer |