Jesus Christus spricht: Was hülfe es dem Menschen, wenn er
die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
(Matthäus 16, 26)
Bei den Fahrern der Tour de France ging es um den Sieg. Für den bestmöglichen
Etappensieg wurde das Doping von einigen Fahrern in Kauf genommen. Gewinn
gegen Schaden an Körper und Seele?
Wir nehmen im Normalfall nicht an der Tour de France teil, aber jeder und
jede von uns an der ganz normalen Tour durch das Leben. Jetzt im September
fängt die Schule wieder an, die Urlaubszeit ist für die meisten
vorbei und der Sommer neigt sich dem Ende zu: Der Alltag hat einen wieder.
Auf unserer Tour durch das Leben, wie verschieden der Alltag auch aussehen
mag, stellt sich bei bestimmten Etappen die Frage:
Wie hoch ist der Ertrag, der Gewinn? Was springt da für mich raus?
Was kommt dabei heraus, dass ich fünfzig Stunden in der Woche arbeite
- auch wenn die Arbeit Spaß macht? Was ist mein Gewinn daraus, dass
ich das ganze Leben lang hart gearbeitet habe?
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne
und nähme doch Schaden an seiner Seele? Mit diesem Wort ruft
Jesus in seine Nähe, lädt in seine Nachfolge ein, und will damit
Kümmerer für unsere Seelen sein. Deswegen ruft er uns zu: Passt
auf der Tour durch das Leben auf eure Seelen auf!
Unsere Seelen nehmen Schaden, wenn sie nur den Gewinn sehen - den wir auf
bestimmten Lebensetappen natürlich brauchen - aber keine Verankerung
haben. Sie nehmen Schaden, wenn auf der Tour durch das Leben nur eigener
Gewinn, Höchstleistung und eine Gymnasialempfehlung um jeden Preis
zählen. Auf der Tour durch unser Leben brauchen wir jemanden, der unser
Seelenheil will. Einen, der sich um unsere Seele sorgt. Und nachfragt: Geht
es dir gut? Einer, der unseren Seelen Verankerung schenkt und auf bestimmten
Etappen unserer Lebenstour dazwischen ruft: Was hilft es dir, wenn
du alles gewinnst, aber deine Seele Schaden nimmt?
Dass wir auf unserer Tour durch die kommenden Wochen diesen Ruf nicht überhören
wünscht uns allen,
Ihre Pastorin Dörte Kramer.