Elisabeth-Kenner zeigt "wahres Lebenskaleidoskop"

Vortrag über Namensgeberin der Huder Kirche

Am Freitagabend, 31. August 2007, fand in der Huder St. Elisabeth-Kirche eine wahre Zeit- reise statt. In seinem Lichtbildvortrag über die Heilige Elisabeth von Thüringen versetzte Prof. em. Dr. Werner Heiland-Justi die Zuhörer um 800 Jahre zurück in die Zeit des Mittelalters. Anhand von 14 Miniaturen schilderte er eindrücklich das Leben und Wirken Elisabeths.

Die Familie Justi ist eine alte Theologenfamilie aus Marburg, wo Elisabeth längere Zeit lebte und verstarb. Im Besitz der Familie Justi befindet sich eine Sammelhandschrift von 1481, in der Freiburger Nonnen Texte über das Leben der Elisabeth sowie Gebete und Legenden gesammelt haben. In der Handschrift finden sich außerdem 14 Miniaturen, gemalt von der Nonne Sibylla von Bondorf. Sie stellen Szenen aus dem Leben Elisabeths dar. Die ungefähr 250 Jahre nach dem Tod der Heiligen entstandene Handschrift orientiert sich an einem Urtext von 1234 und und ist damit sehr nah an der Wirklichkeit. "Alle später entstandenen Texte sind sehr von Erfindungen und Legenden überlagert", erklärt Prof. Werner Heiland-Justi.
Der Physikprofessor hat sich ausführlich mit Elisabeth von Thüringen beschäftigt. "Sie war eine frohe, junge Frau, die mit den Menschen gelacht und geweint hat", sagt er und bedauert: "Das Lachen der Elisabeth ist aus der Literatur verschwunden." Das Besondere an der Königstochter sei gewesen, dass sie selbst eingegriffen habe. "Sie hat die Menschen gepflegt und gewaschen, sie getröstet und ermuntert."

Um das Wirken Elisabeths ranken sich zahlreiche Legenden. Heiland-Justi hat jedoch mit Hilfe der Handschrift versucht, so nah wie möglich an die wahren Begebenheiten heranzukommen. Anhand der 14 Minaturen aus der Handschrift beschrieb er in der Huder St. Elisabeth-Kirche jetzt gut 20 Interessierten die Lebensgeschichte der Elisabeth von Thüringen, von ihrer Geburt in Ungarn über ihr Wirken als Landgräfin bis hin zu ihrem Tod in Marburg.

Seine Erkenntnisse hat Werner Heiland-Justi in dem kürzlich erschienen Buch "Elisabeth: Königstochter von Ungarn, Landgräfin von Thüringen und Heilige" zusammengefasst. Dort sind auch die Miniaturen sowie Auszüge aus der Handschrift wiedergegeben.
Vikar Stefan Beyerle hatte den Vortrag im Rahmen der Feierlichkeiten zu Elisabeths 800. Geburtstag in diesem Jahr organisert. Er dankte Heiland-Justi für das wahre "Lebenskaleidoskop".

Tjalke Weber

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