Der
Geruch nach Holzfeuer liegt in der Luft. Vor einem Pfostenhaus wird mit
Hammer und Meißel Stein geklopft, aus dem Wald tönt Schwerterklirren
herüber. Mönche in erdfarbenen Kutten wandeln durch das Dorf,
zwei Ritter trainieren mit einem Langbogen und Handwerker schmieden Hufeisen.
Unter dem Motto "Leben wie im Mittelalter" stand die diesjährige
Sommerfreizeit der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-
Land. 30 Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren erlebten für zehn
Tage im Mittelalterdorf der Jugendbildungsstätte Fürstenberg,
was es bedeutet, vor rund 900 Jahren gelebt zu haben. Begleitet wurden sie
von Diakon Hans-Joachim Schilberg und acht weiteren Betreuern
Das
Programm der Kinderferienakademie umfasste drei verschiedene Workshops,
die jeweils zweieinhalb Tage dauerten. Nacheinander wurden die Teilnehmer
zu Rittern, Handwerkern und Mönchen. Morgens kleideten sich die Kinder
zunächst in der
Zeitschleuse
ein. Jeans und Sweatshirts wichen Bundhosen, Leinenhemden und Mönchskutten.
Dann begann der Alltag wie vor 900 Jahren. Die Ritter erlernten wichtige
Kampftechniken des Mittelalters. Das harte Training umfasste Bogenschießen,
Axtwerfen und Schwertkampf. Außerdem wurden eigene Schilde mit fantasievollen
Wappen bemalt. Während die Ritter den Umgang mit Waffen übten,
stellten die Handwerker Gebrauchsgegenstände her. Aus Holz schnitzten
sie Schmuckbretter, schmiedeten Hufeisen oder Ringe, drehten Seile, bearbeiteten
Leder und töpferten Wappen. Die Mönche und Nonnen gossen zeitgleich
Kerzen für die abendlichen Andachten und stellten aus Speckstein Kerzenhalter
und Kreuze her. In dem Scriptorium, der Schreibstube, schöpften die
Ordensbrüder Papier, rührten Tinte an und lernten, wie im Mittelalter
zu schreiben. Wissen über Heilkräuter und Hilfe bei Unfällen
wurde in der Klosterapotheke vermittelt.

Angeleitet wurden die Kinder von den pädagogischen Mitarbeitern
des Mittelalterdorfes. Ein Schmied, ein Bildhauer und einige Hobbyritter
kümmerten sich um den Nachwuchs. Die Kinder waren mit großer
Begeisterung dabei.
Tjalke Weber